Mach mit Deiner Karriereseite potenzielle Kandidaten so richtig an!

„Aber wir haben doch unsere Stellenanzeigen auf unserer Website – reicht das nicht?!“ Meine vernichtende Antwort auf diese Frage ist in der Regel ein schlichtes: „Nein. Schon lange nicht mehr.“ Eine aussagekräftige und attraktiv aufbereitete Karriereseite ist für ein Unternehmen die beste Art, sich dem Bewerber vorzustellen und ihn – ganz wichtig – nach dem ersten Kontakt über die Stellenanzeige an die Hand zu nehmen und ihn digital herumzuführen.

von Diana Will 19. Juni 2018

Warum bewirbt sich niemand auf unsere nachweislich gute Stellenanzeige?

Tagtäglich schauen wir in verwunderte Personaler-Gesichter. Verwundert deshalb, weil viele unserer Kunden ein tolles Unternehmen repräsentieren, spannende Jobs anbieten, eine gut gemachte Stellenanzeige mit ansprechendem und verständlichem Stellentitel auf den für ihre Zielgruppe genau richtigen Jobbörsen veröffentlichen – sich aber dennoch kaum einer bei ihnen bewirbt. Einer der größten Fallstricke kann hier sein: Nach der Stellenanzeige kommt nichts mehr. Die inhaltliche Entdeckungsreise ist für den potenziellen Bewerber vorbei, wenn er nach dem Klick auf den Unternehmens-Link in der Anzeige lediglich auf eine schnöde Jobübersichts-Seite geleitet wird. Die Candidate Journey endet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Karriereseite als Zielpunkt aller Aktivitäten.

Dabei muss die Karriereseite der informationsgeladene Zielpunkt sein, auf den alle Maßnahmen einzahlen. Hier spielt inhaltlich die Musik. Aspekte, die Du in Deiner Stellenanzeige nur anreißen kannst, werden hier ausführlich, authentisch und ansprechend präsentiert. Denn: Kandidaten möchten natürlich wissen, mit welchem Unternehmen sie es künftig zu tun haben. Themen, die sie persönlich bei der Jobsuche umtreiben, sind insbesondere diese, die weit über die harten Fakten wie Gehalt, Titel und Firmenwagen hinaus gehen.

Überflüssiges, emotionales Blabla wichtiger als die Fakten?

Nein, das ist es nicht. Die richtige Mischung macht den Erfolg. Potenzielle Bewerber mögen ansprechend aufbereitete Fakten, gepaart mit beispielsweise Erfahrungsberichten. Genau damit solltest Du auf Deiner Karriereseite spielen, um mögliche neue Mitarbeiter zu packen. Informationen zum Arbeitgeber, zur Unternehmenskultur? Gibt’s oft nicht. Brauchen wir aber, um die guten Leute langfristig in Dein Unternehmen zu holen. Tatsächlich ist für überwältigende 93 Prozent der Bewerber der Cultural Fit bei der Jobsuche sehr wichtig bzw. wichtig (vgl. Stepstone, Recruiting mit Persönlichkeit, Juni 2018). Passt das Unternehmen subjektiv empfunden nicht zu mir als Kandidaten oder weiß ich schlicht zu wenig über meinen möglichen neuen Arbeitgeber, gibt’s keine Bewerbung - und der Personaler geht leer aus.

 

Auf den Treiber „Emotion“ ist Verlass.

All diese Themen brauchst Du heutzutage, um den Bewerber hinterm Ofen hervorzulocken. Denn neben dem Aufgabenbereich und der Unternehmenskultur als wichtigste Einfluss-Faktoren spielt die Emotion als der Treiber und Katalysator eine entscheidende Rolle, um in der Kandidaten-Wahrnehmung zu einem bevorzugten Arbeitgeber aufzusteigen:

 

Wie sieht sie denn nun aus, die perfekte Karriereseite?!

Informiere Deine Kandidaten über die vermeintlich „weichen“ Themen. Wie geht Ihr mit Euren Mitarbeitern um? Was ist Euch als Arbeitgeber wichtig? Wofür steht Dein Unternehmen? Mit spannend aufbereiteten Texten, Mitarbeiter-Interviews und -Videos, Podcasts, Berichten aus den Abteilungen, Informationen zum Bewerbungsprozess mit verbindlichen Zeitangaben und persönlichem Ansprechpartner wirkst Du nah- und ansprechbar. Ein integrierter Blog liefert zusätzlich Einblicke hinter die Kulissen.

Manchmal auch sinnvoll: Eine zusätzliche (ausgelagerte) Landingpage mit eigener URL.

Beginnt man mit der Arbeit an einem größeren Personalprojekt mit hohem Rekrutierungsdruck, ist oft auch eine ausgelagerte Landingpage als Herzstück einer gezielten crossmedialen Kampagne sinnvoll. Damit sprechen wir durch viele verschiedene Medien (z.B. Social Media, Out of Home/Ambient, Funkspots und vieles mehr) vor allem die Latent-Suchenden an. Alle Maßnahmen führen auf eine Sonder-URL, die speziell Informationen zum aktuellen Rekrutierungsbedarf aufbereitet. Solch eine Landingpage bietet viele Vorzüge: Lückenloses Tracking, ein zusätzlich imageverstärkendes Instrument in Deinem Portfolio, gezielte SEO-Optimierung und die Möglichkeit, aufmerksamkeitsstarke Werbemittel mit kleinem Wettbewerbsumfeld zu nutzen. Zudem lassen sich die Inhalte meist schneller (weil oft konzernunabhängig) anpassen.

Fazit.

Lass Deine potenziellen Kandidaten nach der Stellenanzeige nicht im Regen stehen und biete ihnen mit einer gut gemachten Karriereseite oder Landingpage einen ersten (!) Anlaufpunkt für ihre drängenden, noch offenen Fragen. Auf Deiner Unternehmenswebsite können sie sich über Deine Produkte, Deinen Unternehmensaufbau, Ansprechpartner, über Standorte usw. informieren. Aber sie erfahren nichts über das, was Dich als Arbeitgeber wirklich ausmacht: Was sind die Werte, für die stehst; wie unterstützt Du Deine Mitarbeiter zum Beispiel bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und welche Aspekte betonst Du in Deiner Arbeitgeberkommunikation – einfach, weil Du sie als so wichtig erachtest, dass Du sie auf Deiner Karriereseite thematisierst? Weck Emotionen bei Deinen potenziellen Bewerbern – und nutze die ganze dafür für Verfügung stehende Palette an Kommunikationsmitteln. Videos, Reportagen, Mitarbeiterbefragungen. Und ganz wichtig: Erfülle diese geweckten Erwartungen auch in späteren Bewerbungsgesprächen, beim Onboarding und im Alltag. :-)